Theateraufführung Klasse 13 Albert Camus "Der Belagerungszustand", 19 Uhr, Saal

Theateraufführung Kl 13
Albert Camus "Der Belagerungszustand", 19 Uhr,
im Saal der Freien Waldorfschule am Illerblick

"Lasset die Worte an ihrer Quelle, denn sie sind es, 

die die Horizonte in die wahren Himmel rücken können

... und die Sterne gebären helfen."

N. Sachs

 

Die Gestalten der "Pest" und des "Todes", in Person der "Sekretärin", installieren in Cadiz mit willkürlichen, menschen- und lebensverachtenden Maßnahmen eine Gesundheitsdiktatur: 

Pest: "Von heute an werdet ihr also vernünftig sein, das heißt, euer Abzeichen tragen, den Stern der Pestbeule. - Alle sind verdächtig."

Fischer: "Mein Leben gehört mir. Das ist Privatsache."

Sekretärin: "Privatsache! Dieses Wort hat bei uns keinen Sinn."

Allein der Mut, die Liebe und die Verantwortungskraft des Freigeistes Diego und seiner Victoria vermögen dieses kalte, berechnende System zu erschüttern. Der eigentliche Krieg ist im Menschen zu führen:

Diego: "Was habe ich denn anderes zu besiegen auf dieser Welt, wenn nicht das Unrecht, das uns widerfährt?!"

Victoria: "Das Unglück, das in dir ist. Alles andere gibt sich von selbst."

Diego: "... Aber ich weiß nicht, wer Recht hat."

Victoria: "Wer sich nicht fürchtet."

Dem technisch vollkommenen Apparat, in dem Leben und Tod zur Unehre geworden sind, stellt sich Diego furchtlos entgegen: 

Diego: "Mitten in euren Siegen seid ihr bereits besiegt, weil im Menschen eine Kraft wohnt, die ihr nicht ausrotten könnt ... Diese Kraft wird sich erheben."

Gegen Ende muss die Sekretärin gestehen:

Sekretärin: "Es hat immer genügt, dass ein Mensch seine Angst überwand und sich auflehnte." Was zur Folge hatte: "Dann vermag ich nichts gegen ihn zu tun."

Diego leitet "Die Zeit der freien Menschen" ein. Er stirbt dafür. "Ich bin im Reinen mit dem Tod, darin liegt meine Stärke."

 

"einer wird den Ball aus der Hand der furchtbar Spielenden nehmen. 

... Und einer wird kommen und ihnen das Grün der Frühlingsknospe

An den Gebetmantel nähen."

N. Sachs