







Wie ist Eurythmie entstanden?
Eurythmie wurde von 1912 an durch R. Steiner als neue Bewegungskunst entwickelt und bei der Begründung der ersten Waldorfschule im Jahre 1919 in den Lehrplan dieser Schule aufgenommen. Vom Kindergarten bis zur 12. Klasse haben alle Schüler/-innen ein bzw. zwei Eurythmiestunden in der Woche. Bei den Darstellungen aus dem Unterricht (öffentliche Vorführungen) wird der Weg anschaubar von einfachen, elementaren Anfängen bis hin zu anspruchsvollen Darstellungen dichterischer und musikalischer Werke. Die alltägliche Bewegung erscheint aufgehoben in der Schönheit und charaktervollen Gebärde der eurythmischen Bewegung.
Was ist Eurythmie?
Eurythmie wird im Grunde von jedem Menschen ausgeführt, wenn er spricht oder singt. Die Bewegungen, welche dann der Kehlkopf und seine Nachbarorgane ausführen, werden in der Eurythmie mit dem ganzen Körper ausgeführt. Das heißt, die sonst verborgen bleibenden Bewegungen bzw. die sprachlichen und musikalischen Naturgesetze werden durch die Eurythmie zur Erscheinung gebracht. Durch die Untersuchungen des Amerikaners W. S. Condon wurde 1970 nachgewiesen, dass beim Sprechen und Hören der Sprache der Mensch Finger, Hände, Arme, Schultern und den Kopf bewegt. Allerdings sind die Bewegungen so gering, dass sie erst durch eine verfeinerte Untersuchungstechnik entdeckt werden konnten. Diese Mikro-Bewegungen sind nur wie ein schwacher unmerklicher Anfang der voll entfalteten, bewusst ergriffenen Bewegungen und Gebärden in der Eurythmie. So wie der Kehlkopf nicht in irgendeiner augenblicklich erfundenen Bewegung zum Ausdruck bringt, was in der Seele vorgeht, sondern in der Aufeinanderfolge der Laute und Töne, so führt der Mensch in der Eurythmie keine willkürliche, pantomimische oder mimische Bewegung aus, sondern stellt sich bewegungsmäßig auf unegoistische Weise in die ganze Weltgesetzlichkeit der Sprache und der Musik.