
Das Landwirtschaftspraktikum
Neben dem Handwerkspraktikum führt die Schule in der 9. Klasse auch ein Landwirtschaftspraktikum durch, bei dem die SchülerInnen für 3 Wochen auf einem Bauernhof leben und arbeiten. Die Hofbetreiber und Betreuer der Schule übernehmen für die Zeit des Praktikums eine große Verantwortung, der sich auch die SchülerInnen bewusst sein müssen. Ihrem Alter angemessen, in der Regel 15-16 Jahre, können die Jugendlichen nicht nur "zur Arbeit verschickt" werden und müssen dann "sehen, wie sie klarkommen", sondern es muss ein soziales Umfeld geschaffen sein, was auch die Betreuung durch die Schule beinhaltet. Die SchülerInnen sind gefordert, sich in eine fremde Familie einzufinden und sich auf einen ungewohnten Arbeitsbereich einzulassen. In der Landwirtschaft ist die sachliche Notwendigkeit der Arbeit leicht zu erkennen, Tiere müssen nun mal täglich versorgt werden und die Abhängigkeit vom Wetter regelt oft die Arbeitszeit! Die PraktikantInnen übernehmen verantwortungsvoll ihre Pflichten und sollten für ihre Mithilfe auch das angemessene Lob erfahren was nicht immer mündlich geschieht, aber oft in den Praktikumszeugnissen der Betriebe nachzulesen ist. Gegenseitige soziale Regeln müssen beachtet werden, "liebgewonnene" Gewohnheiten lockern hier häufig auf, auch wird ziemlich schnell klar, dass Bedürfnisse selber ausgesprochen werden müssen/sollten. Die persönlichen Fähigkeiten werden auf einmal bewusst wahrgenommen; überrascht stellen die SchülerInnen oft mit Stolz fest, welche Anforderungen sie schon bewältigt haben und dass sie sich "das gar nicht zugetraut hätten". Eigene Erfahrungen helfen bei der Urteilsbildung. Die Vorstellungen vom "Landleben" und "Bauern" sind zumeist mit vielen Vorbehalten behaftet, die während der Vorbereitung aufs Praktikum mit den Schülern besprochen, aber nicht völlig ausgeräumt werden können. Auch deshalb ist das Führen eines Berichtheftes sehr wichtig, um darin ganz persönliche Entwicklungen und Erkenntnisse zu dokumentieren.