Der richtige Zeitpunkt vom Wechsel aus dem Kindergarten in die Schule
Das Aufnahmegremium hat jedes Jahr zu entscheiden, ob Kinder als "schulreif" in die 1. Klasse eingeschult werden können oder ob der Besuch des Kindergartens für ein weiteres Jahr zu empfehlen ist. Das ist eine schwierige Aufgabe, denn die kindliche Entwicklung hat sich noch nie nach einem Stichtag gerichtet und wird auch künftig nicht danach auszurichten sein. Die erforderliche körperliche Reife ist mit dem Eintritt in den ersten Gestaltwandel, dh. mit dem Übergang von der kleinkindhaften Gestaltungsform zur Schulkindform erreicht. Dem körperlichen entspricht ein seelisch-geistiger Strukturwandel. Ein äußeres Zeichen dafür, dass dieser Gestaltwandel zu einem gewissen Abschluss gekommen ist, ist der beginnende Zahnwechsel. Mit der Ausbildung der bleibenden Zähne ist eine besonders wichtige Phase der kindlichen Entwicklung abgeschlossen: der Aufbau des Körpers und seiner Organe. Nun werden innere Entwicklungskräfte frei, die als Lernkräfte genutzt werden können. Aber nicht nur die körperliche Reife spielt eine Rolle, wenn beurteilt werden soll, ob ein Kind schulreif ist. Um schreiben, lesen und rechnen zu lernen sind natürlich auch gewisse intellektuelle Fähigkeiten notwendig. Aber vor allem brauchen die Kinder, sollen sie aktiv, freudig und erfolgreich mitarbeiten und lernen, vor dem Schuleintritt eine intensive Ausbildung von Basiskompetenzen. Die Grob- und Feinmotorik ist zu erüben, die verschiedenen Sinne sind anzusprechen und es gilt die Sprache im Sprechen und Zuhören zu üben. Ferner sind die Phantasiekräfte zu stärken, die Kinder müssen sich in der Gruppe sozial integrieren, sie sollen Freude am Tun erfahren und zur Eigenaktivität angeregt werden. Manches ist körperlich auszubilden, damit es später als seelische Qualität zur Verfügung steht: Wer z. B. nicht geübt hat, auch rückwärts zu gehen, wird später nur schwer Kompromisse schließen können. Wer seinen Gleichgewichtssinn durch vielseitiges Tun gut ausgebildet hat, wird auch später seelisch besser im Gleichgewicht sein etc.