
Besonderheiten im Fächerkanon einer Waldorfschule
Als Waldorfschule unterscheiden wir uns in unserem Curriculum und der Art des Unterrichtens von anderen Schulen. Beispiele hierfür sind:
Epochenunterricht: Für jeweils drei bis vier Wochen beginnt der Unterricht jeden Morgen mit dem gleichen Fach wie z.B. Rechnen, Schreiben oder Formenzeichnen, später kommen Physik, Bio, Pflanzenkunde, Gesteinskunde und viele andere Fächer dazu. In der Unter- und Mittelstufe werden diese Fächer vom Klassenlehrer unterrichtet, in der Oberstufe von Fachlehrern.
Eurythmie: Schon im Kindergarten haben unsere Kinder regelmäßig Eurythmie. In dieser von Rudolf Steiner vorgegebenen Kunst wird versucht Sprache und Musik in Bewegung umzusetzen. Die eigene Mitte zu finden und trotzdem den Gleichklang mit der Gruppe, sich im Raum zu orientieren und harmonisch zu formieren auch im Rückwärts, wird hier von klein an erübt.
Aber auch von anderen Waldorfschulen unterscheiden wir uns. Was ist nun eigentlich das Besondere an der Waldorfschule am Illerblick. Einige Beispiele sollen dies im Folgenden verdeutlichen:
Sprachen: Schon in der 1. Klasse beginnen die Kinder spielerisch mit Russisch und Englisch. Es geht in erster Linie darum die Sprachen zu erleben und zu sprechen. Frühestens in Klasse 4 wird angefangen in der Fremdsprache zu schreiben, systematisch Regeln und Vokabeln zu erfassen. Trotzdem arbeiten wir auch im Sprachunterricht weitgehend ohne Lehrbücher. Wir bevorzugen Lektüretexte, aus denen sich die Fragen an die Grammatik und den Wortschatz ergeben. Ab der 5. Klasse können die Schüler-/Innen wählen, ob sie statt Russisch Französisch lernen wollen.
Musik: In der ersten und zweiten Klasse spielen alle Kinder auf der pentatonischen Choroi- Flöte, und der Kinderharfe bzw. Kantele. In der 3. Klasse dürfen sich alle Kinder für ein Jahr an der Geige versuchen. In Klasse 4 gibt es dann bereits eine Bläser- und eine Streichergruppe. Diese Vorbereitung mündet in Klasse 5 und 6 ins Klassenorchester, das ab Klasse 6 klassenübergreifend vom Mittelstufenorchester bzw. dem Mittelstufenbläsern begleitet wird und ab Klasse 9 in den Oberstufenorchestern mündet. Natürlich wird in allen Klassen viel gesungen. Ja nach Alter einstimmig, im Kanon oder in mehrstimmigen Sätzen. Diese Arbeit mündet für alle nicht – Instrumentalisten in Klasse 6 im Mittelstufenchor, ab Klasse 8 im Oberstufenchor Unser Praxisbezogenes Oberstufenmodell : Im Laufe von Klasse 9-11 lernen unsere Schülerinnen nicht nur 9 verschiedene Handwerksberufe kennen, sondern gehen in Klasse 9 auch für 2 Wochen in einen selbst gewählten Handwerksbetrieb zum Praktikum und absolvieren ein dreiwöchiges Landbaupraktikum. Von Mitte Klasse 10 bis Mitte Klasse 11 sind sie nur 3 Tage in der Woche in der Schule und donnerstags und Freitags in einem selbst gewählten Praktikumsbetrieb. Zu beginn der 11. Klasse absolvieren sie ein zehntägiges Feldmesspraktikum. So versuchen wir durch die gesamte Oberstufe den SchülerInnen Einblick in das Berufsleben zu gewähren und den theoretischen Unterricht durch praktische, handwerkliche Tätigkeiten zu impulsieren.
Bildende Kunst: Da unsere Schüler von klein auf Malen und verschiedenen kunsthandwerkliche Berufe und Tätigkeiten kennen lernen, bietet es sich an einen vierstündigen Abiturkurs „bildende Kunst“ ab Klasse 12 anzubieten.
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